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Geschichte

Außerunterrichtliche Lernorte im Fach Geschichte

Die Vermittlung und Aneignung von Geschichte erfolgt auf unterschiedlichen Wegen – ein Gespräch mit Zeitzeugen in der Familie, die Besichtigung von Zeugnissen alter Kulturen während einer Urlaubsreise oder der Besuch eines Mittelaltermarktes.

 

In der Schule ist es primär der Fachunterricht, der diese Aufgaben erfüllt. Dabei finden verschiedene Methoden Anwendung, allerdings wird es keiner wirklich gelingen, die Atmosphäre eines historischen Ortes nachzubilden, denn der Kontakt mit Fragmenten der Geschichte hat seine eigene Faszination.

Aus diesem Grund integriert die Fachschaft Geschichte die Arbeit an außerschulischen Lernorten seit vielen Jahren erfolgreich in den Geschichtsunterricht. Bestärkt wurde das Fachkollegium in seinem Konzept durch den neuen Fachlehrplan, der diese Art der Geschichtsvermittlung explizit beinhaltet.      

                                                                                  

Die Klassenstufe 5 beginnt ihren Einstieg in das neue Unterrichtsfach mit einem Fachpraktikum zu gegenständlichen Quellen. Dazu besuchen die Schülerinnen und Schüler die Prähistorische Sammlung im Köthener Schloss und bekommen erste Hinweise zur Arbeit mit Sachquellen und Informationen zur Archäologie.

 

Im Fokus der Klassenstufe 10 steht die deutsch-deutsche Geschichte mit ihren Brennpunkten. Einblicke in das Leben in einem geteilten Land erhalten die Jugendlichen im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig sowie in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn.

 

Im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus unternehmen die 12. Klassen eine Exkursion in die Gedenkstätte Buchenwald. Die Informationen aus den Führungen, dem Filmmaterial, der selbständigen Erkundung des Gedenkstättenareals und der Ausstellungen werden Gegenstand von Arbeitsaufträgen, deren Ergebnisse nachfolgend im Unterricht präsentiert werden.

 

Optional wird für die Klassenstufe 11 eine Studienfahrt zum Themenbereich „Erinnerungskultur“ angeboten. Diese beinhaltete in den letzten Jahren u.a. den Besuch des MHM Dresden, des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig und der Gedenkstätte für die Opfer der NS - „Euthanasie“ Bernburg.

 

G. Hauptmann                                                                                                                                 

Einblick in die deutsch-deutsche Geschichte / Eindrücke von den Exkursionen

Für die diesjährige Geschichtsexkursion der 10. Klassen am 7. September 2017 wurden die Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt. Während sich die einen den ehemaligen Grenzübergang bei Marienborn ansahen, besuchten die anderen das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig.

Dort erwartete uns eine abwechslungsreiche Aufarbeitung der deutsch-deutschen Geschichte. Zu Beginn führte uns eine Mitarbeiterin des Forums durch die Ausstellung. Sie erzählte vom täglichen Leben im Nachkriegsdeutschland. Dabei befanden wir uns zwischen verschiedenen historischen Objekten – unter anderem ein Gefangenentransporter, Aufnahmen von gestellten Festlichkeiten, Plakate, alte Briefe und ein nachgestelltes DDR- Zimmer - und konnten so diese vergangene Zeit hautnah erleben. Nach dem Rundgang durften wir die Ausstellung bei der selbstständigen Bearbeitung einiger Aufgaben noch auf eigene Faust erkunden. Alles in Allem: eine interessante und anschauliche Geschichtslektion.

 

Anna-Maria Bergner

 

Die Führung auf dem gesamten Gelände der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn beinhaltete die Besichtigung des Zollhauses, des Passkontrollhauses und des Wachturmes. Die Teilnehmer erfuhren viel Interessantes und Bewegendes über die Flucht aus der DDR sowie die Ein- und Ausreisemodalitäten bezüglich der BRD. Die Schüler wurden anschließend in fünf Gruppen eingeteilt, um bestimmte Themenbereiche zu erarbeiten und diese ihren Mitschülern präsentieren zu können. Bearbeitet wurden zum Beispiel die Themen „Das Ministerium für Staatssicherheit“ und „40 Jahre Flucht und Ausreise aus der DDR“. Die Eindrücke der Exkursion wurden durch die eigenen Erfahrungen der Leiterin der Einrichtung, die mit ihrer Tochter als Erste kurz nach der Grenzöffnung am späten Abend des 9.11.1989 von Marienborn in die BRD fuhr, verstärkt.

 

Maike Lucius

 

"Jedem das Seine" - Zurück in die Vergangenheit

 

Am 19.09.2017 brachen wir, die 12. Klassen des Jahrganges 2017/18, zu einer Geschichtsexkursion zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald auf. Aus Weimar kommend bogen wir auf eine lange Straße ab. Es wurde still im Bus, denn jeder wusste, was hier einmal geschehen war. Vor uns lag die Blutstraße, eine etwa 5km lange Betonstraße, zu deren Bau die Häftlinge des KZs von Mitte 1938 bis Spätherbst 1939 von der SS brutal angetrieben wurden.

 

Angekommen an der Gedenkstätte KZ Buchenwald begann unser zweistündiger Rundgang über das Gelände. Zunächst wurde uns ein großer Platz gezeigt, auf dem die Überreste der ehemaligen Gleise des 1943 erbauten Bahnhofes zu sehen waren. Von dort aus wurden die Häftlinge in Vernichtungslager deportiert. Im Nachfolgenden liefen wir den ‘Carachoweg‘ entlang, vorbei an der politischen Abteilung und dem Kommandanturbereich. Wir konnten uns nur schwer vorstellen, dass hier tausende Häftlinge, von Hunden verfolgt, entlang getrieben wurden.

 

Am Lagerzaun entlang kamen wir zum Bärenzwinger, den Kommandant Koch zur Unterhaltung der SS-Familien errichten ließ. Es war schockierend, dass die Menschen hinter dem Zaun wie Tiere gehalten und behandelt wurden, während die Tiere selbst ein erfülltes Leben genossen. Von dort aus sahen wir das Desinfektionsgebäude und das Kammergebäude.

 

Die emotionalste Station unseres Rundganges war das 1940 erbaute Krematorium mit der angrenzenden nachgestellten Genickschussanlage. In den Räumlichkeiten befand sich eine pathologische Abteilung, in der man den toten Häftlingen Goldzähne entfernte und aus deren Haut und Organen man Präparate herstellte. Die Stimmung wurde merklich still, als wir den Raum mit den Gedenktafeln und Urnen betraten. Niemand fand passende Worte, um dies zu beschreiben.

 Vor dem Krematorium befand sich ein riesiger Platz - der Appellplatz. Er erschien uns doppelt so groß, weil die Baracken, die ursprünglich dahinterlagen, nun nicht mehr dort standen. Es war ein bedrückendes Gefühl, daran zu denken, dass hier einmal die Inhaftierten am Morgen und Abend zum Appell antreten mussten. Ein ständig auf Körpertemperatur beheiztes Denkmal am Boden erinnert an die schrecklichen Verbrechen.

 

Nach dem Rundgang hatten wir Zeit, das Gelände eigenständig weiter zu erkunden. Unser erster Blick ging zum Lagertor. Die Inschrift „Jedem das Seine“, ein Ausspruch Platons, sollte den Häftlingen ihre Ausweglosigkeit verdeutlichen. Ursprünglich zielte er auf Gleichheit und Gerechtigkeit ab. Jedem soll das zugeteilt werden, was ihm gebührt, doch die Nazis legten das ihrer rassistischen Ideologie entsprechend aus. Anschließend besichtigten wir die ständige historische Ausstellung des Konzentrationslagers, welche uns auf mehreren Etagen einen kleinen Einblick in die individuellen Schicksale der Inhaftierten gab. Originale Häftlingskleidung, Dokumente und viel Bildmaterial trugen zum Verständnis bei.

 

Bewegt von dem Gesehenen gingen wir vorbei am Glockenturm wieder zurück zum Bus. Schon auf der Rückfahrt reflektierten wir das Erlebte. Trotz vieler emotionaler Momente und interessantem Faktenwissen, welches wir dazugewannen, fehlte uns der Bezug zu den persönlichen Schicksalen. Leider waren viele Gebäude nicht mehr im Originalzustand beziehungsweise gar nicht mehr erhalten, so dass einiges für uns nicht vorstellbar war. In den nachfolgenden Unterrichtsstunden hatten wir die Möglichkeit der Aufarbeitung durch eine Projektarbeit.

 

Laura Klöppel, Freya M. Kniestedt, Maxi Hänse und Sarah Schreiber




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